Es gibt zwei Pässe, die vom Allgäu ins Lechtal führen: der Oberjoch-Pass und der Schroten-Pass.
Der Oberjoch-Pass
Über den Oberjoch-Pass führt eine normale, gut ausgebaute Straße, die ich schon mehrfach mit dem Auto gefahren bin. Mit allzuviel Verkehr ist dort nicht zu rechnen. Von Sonthofen kommend führt einen die L308 ins Ostrachtal vorbei am Imberger Horn durch Hindelang zur Jochstraße. Hier gehts dann zum ersten mal so richtig bergauf! Von 820m in Hindelang gehts rauf nach Oberjoch auf 1150m. Hier hat man das schlimmste dann geschafft – die Passhöhe ein paar Kilometer weiter ist nur unwesentlich höher. Die Jochstraße ist gut 7km lang und mit einer durchschnittlichen Steigung von 4,8% nicht sonderlich steil. Man kann natürlich auch die alte Straße fahren, wo früher mit Pferdefuhrwerken schwere Lasten hochgezogen wurden. Auf dieser Straße wird die gleiche Höhendifferenz in nur 2km bewältigt…
Vom Pass gehts dann gar nicht so weit runter ins Tannheimer Tal, welches man dann in süd-östlicher Richtung ohne größere Steigungen bergauf fährt. Vorbei am Haldensee kommt man dann runter nach Weißenbach am Lech.
Die Bilder zeigen den Blick von Oberjoch rauf zum Kügundkopf und zurück ins Tal nach Hindelang.
Der Schroten-Pass
Der Schroten-Pass ist eigentlich nur was für Mountainbiker. Rennräder müsste man komplett über den Berg tragen oder schieben. Ich will noch herausbekommen, wie das mit Crossrädern aussehen würde. Dafür kommt man wesentlich weiter südlich und westlich ins Lechtal, was interessant für Touren ist, die Richtung Schweiz gehen sollen. Die hier vorgeschlagene Tour von Sonthofen nach Warth ist etwa 38km lang.
Bis Obersdorf passiert nicht viel – das Illertal hat hier kein großes Gefälle. Man kann anstelle der hier gewählten Nebenstraße auch über die Hauptstraße von Sonthofen nach Obersdorf fahren – mit weniger Höhenmetern dafür wahrscheinlich deutlich mehr Verkehr.
Kurz vor Obersdorf kommt man direkt am Zusammenfluß von Stillach, Breitach und Tretach vorbei – ab hier heißt der Fluss dann wirklich Iller. Nach Einödsbach muss man von Obersdorf aus der Stillach folgen und der Weg geht über große Strecken direkt am Wasser entlang. Mit 2% Steigung ist auch dieser Streckenabschnitt sehr gut zu schaffen.
Hinter Einödsbach kommen dann die ersten bösen Rampen mit bis zu 15% Steigung – zum Glück aber nicht sehr weit. Die letzten 2km rauf zur Passhöhe sind dann wieder steil – und der Weg recht schmal und steinig. Hier dürften die Fahrräder sehr hinderlich sein, da es ein paar schmale Brücken gibt. Für diesen Weg muss man definitiv trittsicher sein. Auf der anderen Seite des Schroten-Passes gehts dann ähnlich steil über schmale Trammelpfade bergab, so dass an eine Abfahrt nur mit Mountainbikes zu denken ist.
Die Bilder stammen von einer Wanderung meiner Eltern im Oktober 2009 ins Stillachtal.
Das Lechtal
Entscheidet man sich für den Oberjoch-Pass und nicht für den Schroten-Pass, muss man von Weißenbach aus noch etwa 50km den Lech rauf fahren und kommt ebenfalls nach Warth. Das Lechtal hat auf dieser Strecke eine durchschnittliche Steigung von 1,2% – allerdings gibt es auf den letzten Kilometern hinter Steeg deutlich steilere Passagen.
Das Lechtal ist recht schmal, wird aber landwirschaftlich genutzt und man kommt durch viele kleine Orte und Dörfer. Nach 15km von Weißenbach aus kommt man durch Elmen. Hier zweigt die Straße nach Imst über das Hahntenjoch ab, über das ich noch schreiben werde.
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