Nach der schönen Tour von Aachen nach Boppard Ende Mai habe ich Anfang Juli eine weitere lange Fahrradtour durch die Eifel gemacht. Nach den schönen Eindrücken von der letzten Tour wollte ich unbedingt nochmal ins Ahrtal. Draus geworden ist eine wirklich sehr empfehlenswerte Tour von Aachen durch die Eifel nach Bonn. Von dort kommt man mit dem Zug recht günstig und schnell zurück nach Aachen.

Diesmal war ich zum Glück nicht alleine unterwegs. Flo, ein Freund aus Sound’n'Soul (mein Gospelchor in Aachen) und seit längerem regelmäßiger Trainingspartner, war mit dabei. Das gab ne Menge Windschatten – Flo hat nen breiten Rücken und tritt mächtig rein, solange es nicht zu steil bergauf geht! Abfahrt war morgens um 8:30 Uhr.

Erstmal gings nach Süden aus Aachen raus über die Himmelleiter zum Rursee. Die Himmelsleiter sieht auf den ersten Blick übel aus, weil man kilometerweit geradeaus den Berg raufschaut. Der Schein trügt aber ein wenig, da die Himmelsleiter nicht sehr steil ist – im Schnitt vielleicht 4% mit nur ganz kurzen steileren Passagen. Von Aachen nach Lammersdorf sind etwa 410 Höhenmeter zu bewältigen. Nicht zu empfehlen auf dem Weg von Aachen zum Rursee ist die sogenannte “Nebenstrecke” über Mulartshütte nach Lammersdorf. Die Strecke ist wesentlich steiler und es gibt keinen Fahrradweg. Die Nebenstrecke eignet sich aber für den Rückweg, wenn man vom Rursee nach Aachen fährt – die Abfahrt macht richtig Spaß!

Bis Rurberg am Rursee waren wir schon ordentlich hinter dem ursprünglichen Zeitplan – hatte unterwegs ein paar Probleme mit meiner Lenkertasche, die sich zwischendurch auf dem Vorderrad ausruhen wolle. Dazu kam dann eine längere Pause in  Rurberg direkt am Freibad. Von Rurberg aus fuhren wir dann weiter Richtung Gemünd immer leicht bergauf entlang der Urfttalsperre und dann durchs Oleftal nach Wiesen. Durch Manscheid ging es unter der Wildenburg durch und dann steil bergauf auf die Wasserscheide zwischen Olef/Urft, Kyll und Ahr. Von Rurberg bis zum höchsten Punkt der gesamten Tour kurz vor Schmidtheim sind das gut 300 Höhenmeter. Weiter über eine hügelige Hochebene nach Südosten – unter anderem durch Esche.

Da es hier mitlweile schon schon halb zwei war, entschieden wir uns für eine warme Mahlzeit. Nur durch Zufall fanden wir die Köchin des einzigen und bereits geschlossenen Restaurants, die uns dann schnell ein paar leckere Pfannkuchen gemacht hat. Unaufgefordert setzte sie sich mit an unseren Tisch und erzählte und erzählte. Außerdem wollte sie wissen, wo in Aachen denn coole Parties stattfinden!? Die “kurze” Mittagspause ging dann über eine Stunde und so langsam machten wir uns Gedanken über unseren Zeitplan, zumal von Westen her ziemlich dunkle Wolken heranzogen.

Nach dem Mittagessen gings dann zügig weiter Richtung Ahbachtal, um von dort ins Ahrtal zu kommen. Auf einen Besuch des Dreimühlen-Wasserfalls zwischen Niederehe und Ahütte haben wir leider angesichts des herankommenden Regens verzichtet. (Der Wasserfall ist sehr interessant und vielleicht Anlass einer weiteren Tour in die Gegend im nächsten Jahr.)

Dank geschickter Tourplanung ging es ab dem Ahbachtal nur noch bergab, so dass wir den Kilometerschnitt ordentlich nach oben treiben konnten ohne dabei allzusehr ins Schwitzen zu kommen. Im sich immer tiefer in die Hochebene einschneidende Ahrtal erreichte uns dann der Regen von hinten – war dann aber gar nicht so viel, wie es vorher ausgesehen hatte und eher angenehme Kühlung. Mit zwei oder drei Schauern bis zum Rhein hatten wir also letztendlich wirklich noch gutes Wetter. Das Ahrtal ist aber sowieso bei jedem Wetter die Anstrengung wert und bergab wirklich zu genießen. Mit einem durchschnittlichen Steigung von 0,5% kann man die Tour aber sicher fast genauso gut andersherum fahren.

Von Ahrweiler bis zum Rhein ist die Strecke dann eben und errinnert landschaftlich eher an den Niederrhein als an die Eifel. Die letzten 30km von Sinzig den Rhein entlang bis Bonn waren wir dann doch ziemlich platt – jeden weiteren Berg hätten wir wohl verflucht. Und nach ein paar ordentlichen Burgern in Bonn war dann der Zugführer unser bester Freund, weil er uns zurück nach Aachen gefahren hat, ohne dass wir dafür weiter in die Pedale treten mussten.

Insgesamt waren wir rund 200km unterwegs und sind dabei 1700m nach oben geklettert – Ankunft am Bonner Hauptbahnhofe um 19:20 Uhr nach knapp 11 Stunden Fahrt. Alleine hätte ich bestimmt 1-2 Stunden länger gebraucht…

Ahrroute

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