Heute der zweite Teil zum Thema Sicherheit für Radfahrer. Nachdem ich mich zuletzt zum Thema “Helm” ausgelassen habe, geht es mir heute um Fahrradwege. Davon gibts ja in Deutschland in den letzten Jahren immer mehr – aber erhöhen sie wirklich die Sicherheit der Fahrradfahrer? Wo lauern die Gefahren?
Ich habe zu diesem Thema zwei Online-Artikel im Stern gefunden.
In diesen Artikeln findet man interessante Infos zum Thema. Ich möchte aber auch und vor allem von meinen eigenen Erfahrungen berichten…
(Un-)Fall 1
Eine Nebenstraße in Aachen (Geschwister-Scholl-Straße) mit einem Radweg für beide Richtungen – Fahrradweg direkt neben dem Bürgersteig mit schmalem Grünstreifen von der Fahrbahn getrennt. Ich war mit ca. 20 km/h in der “falschen” Richtung auf dem Fahrradweg unterwegs als ein Auto aus einer Parkplatz-Ausfahrt heraus kam.
Als ich das Auto gesehen hatte, konnte ich schon nicht mehr ausweichen. Das Auto hat mich volle Breitseite erwischt und umgeschmissen – zum Glück war der Kollege nicht sehr schnell unterwegs und hatte bereits angefangen zu bremsen. Mir ist nicht viel passiert und auch das Rad hat nicht viel abbekommen.
(Un-)Fall 2
Auf der Vaalser Straße in Aachen Richtung Innenstadt an der Kreuzung zum Alleenring (Schanz). Auch hier ist der Fahrradweg neben dem Bürgersteig und durch Parkplätze von der Fahrbahn getrennt. Ich kam gerade zur Kreuzung als die Ampel auf Grün umsprang und konnte quasi durchfahren.
Der Unfallklassiker – Rechtsabbieger übersieht Fahrradfahrer. In dem Fall besonders bitter, da das Auto entgegenkommende Fußgänger durchlassen wollte und genau auf dem Radweg anhielt. Ich habe noch eine Vollbremsung hingelegt, bin aber trotzdem in die Seite vom Auto reingeknallt. Leichte Schulterprellung, Hinterrad hinüber…
(Un-)Fall 3
Wieder Vaalser Straße – diesmal stadtauswärts. Ansonsten ähnliche Situation mit Fahrradweg neben Bürgersteig – diesmal ein entgegenkommender Linksabbieger, der mich auf dem Radweg beim Überqueren einer Kreuzung erwischt hat.
Trotz Handbruch und heftigen Schäden am Fahrrad muss ich sagen, dass ich sehr viel Glück hatte – bei einer Aufprallgeschwindigkeit von 70 km/h hätte deutlich mehr passieren können. Über den Unfall habe ich hier schon ausführlicher berichtet.
Alle drei Unfälle haben gemeinsam, dass der Radweg nicht auf der Straße aufgemalt sondern quasi in den Bürgersteig integriert ist. Als Autofahrer hat man den Fokus aber auf der Straße. Egal von wo ein Auto kommt – für den Radfahrer wird diese Situation immer wieder sau-gefährlich, wovon nicht nur meine drei Unfälle zeugen, sondern auch noch haufenweise Beinah-Crashs.
Daraus lässt sich eigentlich nur ein vernünftiger Schluss ziehen: runter vom Fahrradweg – rauf auf die Straße. Hier wird man deutlich besser von Autofahrern wahrgenommen. Das gilt zumindest für die Radfahrer, die etwas zügiger unterwegs sind, da sie sonst oft auch noch in Konflikt mit Fußgängern geraten, die sich einen Scheißdreck um den Unterschied zwischen Bürgersteig und Fahrradweg kümmern.
Wer das jetzt schonmal ausprobiert hat – mit dem Rad über die Straße, obwohl 2 Meter weiter ein Radweg ist – weiß, dass man sich damit ganz schnell den Unmut vieler Autofahrer einhandelt. Da ist schließlich ein Radweg und was fällt diesem blöden Radfahrer ein, den Autofahrer auf seiner unglaublich wichtigen Mission von A nach B zu behindern. Neben Beschimpfungen gibt das dem Autofahrer quasi das Recht – ja! – geradezu die Pflicht, erzieherisch in den Straßenverkehr einzugreifen und den Radfahrer besonders eng zu schneiden.
Damit sind Autofahrer aber zumindest mitlerweile im Unrecht. Seit 2009 dürfen Kommunen Radfahrer nur in begründeten Ausnahmefällen mit entsprechenden Schildern auf den Radweg zwingen. Ansonsten gilt – Radfahrer dürfen trotz vorhandenem Radweg die Straße benutzen, was ich an entsprechenden Stellen, wo mir der Radweg zu unsicher erscheint auch immer häufiger mache.
Und auf der Straße heißt es dann – breit machen! Ich bestimme mit, wann mich ein Auto überholt. Wo es mir zu eng wird, fahre ich gerne auch in der Mitte der Fahrbahn. Gesetzlich sind Autos beim Überholen von Radfahrern zu einem Sicherheitsabstand von 1,5 m verpflichtet. Lang her, dass ich das mal erleben durfte…
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Für die Stadt muss ich Dir zustimmen. Da kann es gefährlich sein auf dem Radweg zu fahren. Aber auf dem Land kann ich die Radfahrer nicht verstehen, die auf der Strasse fahren trotz Top Radweg neben der Strasse.
Gerade hier in der Eifel sind in den letzten 10 Jahren viele Radwege gebaut worden.