Nicht zuletzt wegen meiner vier Fahrradunfälle mache ich mir seit geraumer Zeit Gedanken zum Thema Sicherheit für Radfahrer auf deutschen Straßen und Fahrradwegen. Wie verhält man sich am besten? Welche Ausrüstung ist sinnvoll? Wie vermeidet man Unfälle?
Als Radfahrer zieht man eigentlich immer den kürzeren und andere Verkehrsteilnehmer planen die mögliche Anwesenheit selten ein. Autofahrer biegen einfach ab – Fußgänger überqueren die Straße oder den Radweg ohne zu schauen. (Autos hört man kommen – Radfahrer nicht!)
Fahrradhelme sind außer im Sportbereich zumindest bei Erwachsenen so selten, dass man es als Autofahrer echt schwer hat, bei einem Unfall mal einen zu erwischen. So wie sich Autofahrer gegen ein Tempolimit auf Autobahnen wehren, so unbeliebt sind Fahrradhelme – zumal man die auch noch bezahlen muss. Langsam fahren spart sogar Sprit. Dementsprechend konnte sich der Gesetzgeber auch noch nicht durchringen, die Helmpflicht einzuführen.
Was bringt so ein Helm überhaupt? Sicher wird der ein oder andere Sturz auf den Kopf mit Helm deutlich harmloser ausgehen. Besser der Helm bricht als der Schädelknochen. Es gibt wohl auch schon ganz umfangreiche Statistiken, dass es weniger Unfälle mit schweren Kopfverletzungen oder gar tödliche enden, wenn der verunfallte Radfahrer einen Helm trug.
Ich betrachte solche Statistiken aber meist mit großer Skepsis. Verhalten sich Radfahrer im Straßenverkehr alle gleich? Sind Helmträger nicht grundsätzlich sicherheitsbewusster? Zudem dürfte recht sicher sein, dass Fahrradhelme keine Unfälle verhindern. Das ist in etwa so, als würde man einem Flutopfer einen Regenschirm in die Hand drücken. Sicherlich wird der dann von oben nicht mehr nass. Irgendwelche Statistiker haben in England jetzt rausgefunden, dass Autofahrer weniger Abstand zum Radfahrer beim Überholen lassen, wenn dieser einen Helm trägt. Na super!
Ich habe mir einen Helm gekauft. Den trage ich, wenn ich sportlich unterwegs bin. Auf den Abfahrten ist man schnell so schnell, dass es gar keiner Autofahrer bedarf, um sich dann deutlich wohler zu fühlen. Schnell fliegt man mal über den Lenker gegen einen Baum oder auch nur eine Böschung runter. Ich Stadtverkehr auf dem Weg zum Supermarkt kann ich mich auch noch nicht durchringen, den Helm anzuziehen. Allerdings hat sich mein Fahrverhalten gerade auf Radwegen doch deutlich verändert.
Wen es interessiert: ich fahre einen Uvex FP 1 in rot-schwarz-weiß. Mit dem Helm bin ich sehr zufrieden, wenn man mal davon absieht, dass er sauteuer war. Hab aber lange gesucht und das war der einzige, der nicht total hässlich war und passte. Vor allem letzteres war bei den meisten anderen Helmen das Problem.
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Nach zwei Stürzen. die “oben ohne” sicher nicht so glimpflich verlaufen wären, immer mit. Das Hirn kann man nicht eingipsen.
Obwohl man gerade bei einigen Autofahrern genau das vermuten würde.
Viele fühlen sich einfach sicherer mit Helm. Eine trügerische Sicherheit, denn dadurch ändert sich oftmals auch das Fahrverhalten in eine unsicherere Fahrweise durch den Glauben, ein Helm schützt vor alles und jeden. Mein Helm bleibt daher im Schrank liegen. Wichtiger ist bei einem Sturz an das Abrollen zu denken (ja, das geht!). Und meine Lederjacke hat da auch schon ihre Dienste geleistet.
Ich könnte mir vorstellen, dass man das Abrollen wirklich gut lernen kann – geradezu trainieren. Gilt das denn auch für Stürze durch Kontakt zu anderen Verkehrsteilnehmern? Bei meinem Crash kam das Auto so schnell, dass ich eigentlich fast gar nicht mehr reagieren konnte. Ich errinnere mich noch an den Einschlag am Auto – dann kam der direkt der Filmriss. Insbesondere an das Abrollen auf dem Asphalt kann ich mich überhaupt nicht errinnern. (Muss ganz gut gelaufen sein, da ich vom Asphalt weder Prellungen noch Schürfwunden hatte und auch der Laptop im Rucksack hat nichts abbekommen.)
Ich trage den Helm, um ein wenig Schutz zu haben, wenns mal direkt gegen einen Baum oder einen Laternenpfahl geht – wo man also auch nicht wirklich die Chance hat, sich abzurollen…