Kommentar von Norbert mit einem Grinsen an der Baraque Michel – dem höchsten Punkt unserer Tour heute – “Ganz schön bescheuert im Winter mit dem Rad hier rauf zu fahren.” Normalerweise sagt man sowas, wenn man aus einem warmen Auto raus mit dem Finger auf so ein paar Idioten zeigt. Heute waren wir die Idioten und haben damit einem Haufen belgischer Autofahrer das gute Gefühl gegeben, dass die anderen die Idioten sind. Nach 2 Stunden in einer geschätzt 86,5°C heißen Badewanne lächelt man dann auch wieder. Aber ich sollte vorne anfangen…
Eigentlich ist es total einfach. Nach ca. 100.000 Testmetern kann ich guten Gewissens die Welt um einige wichtige Informationen bereichen: 4 Paar Socken sind wärmer als drei Paar Socken – reicht aber immer noch nicht, wenn die Sonne untergegangen ist, denn ohne Sonne ist kälter als mit Sonne (jaaa – Nachts ist kälter als draußen!)
Diese wahnsinnig tiefschürfenden Erkenntnisse sind mir heute unterwegs bei 4°C auf folgender Trainingsroute gekommen. Da sieht man mal, was niedrige Temperaturen mit Nervenzellen anstellen können.
Die Vennbahn ist eine alte, stillgelegte Bahnstrecke von Aachen (bzw. Stolberg) nach Trois vierges in Luxemburg. Entlang der alten Trasse gibt es heute den Vennbahnweg – ein asphaltierter Weg für Radfahrer und Fußgänger. Durch die Hügel der Voreifel verläuft die Trasse mit nur geringer Steigung – Täler sind mit alten Viadukten überbrückt.
Ich fahre den Vennbahnweg selten mit dem Rad. Gerade am Wochenende ist dort halb Aachen unterwegs – meist Familien mit kleinen Kindern und Kinderwagen. Zudem ist die Strecke mit 13km (nur Hinweg) etwas kurz als echte Trainingsstrecke – für Anfänger aber sicherlich ideal. Als Spazierfahrt ist die Strecke aber in jedem Fall sehr schön und man kann sich am Spielplatz in Walheim ein Eis oder in Kornelimünster im umgebauten Bahnhof ein Stück Kuchen reinziehen.
Dies ist eine weitere schöne Radtour durch Süd-Limburg. Valkenburg ist ein historisches Städtchen mit alter Burg.Fährt man hier lang, sollte man sich die Zeit nehmen, in Valkenburg eine ausführliche Pause zu machen. Auf der 54km langen Strecke gibt es keine langen Anstiege, dafür ein paar kurze, knackige. Die Tour ist schön mit Abschnitten der Trainingsroute: Maastricht zu kombinieren.
Naja – nicht ganz bis Maastricht, aber quasi bis zur Stadtgrenze geht diese Route von Aachen aus durch den südlichsten Teil Limburgs entlang der Grenze zu Belgien. Durch zahlreiche Täler und malerische, kleine Orte bietet diese Tour vor allem schöne Landschaft und viele kurze, nicht allzu steile Anstiege. Zudem kann man die knapp 60km an verschiedenen Stellen gut abkürzen oder variieren.
Die Tour zum Rursee kann man an einem oder an zwei Tagen machen. Am Rursee gibt es verschiedene Möglichkeiten zur Übernachtung.
Man verlässt Aachen über die Monschauer Straße durch Lichtenbusch zur Himmelsleiter. Durch Roetgen und weiter bergauf bis es nach links Richtung Lammersdorf abgeht. Ab dann immer geradeaus über einen Kreisverkehr bis man in Kesternich links abbiegt. Kurz hinter Kesternich geht dann wieder links die Straße nach Rurberg runter zum Rursee ab. Folgt man der Straße kommt man an Rurberg vorbei nach Woffelsbach und weiter wieder raus aus dem Rurtal nach Steckenborn. Hier biegt man links ab und kommt durch Strauch zurück zum Kreisverkehr zwischen Lammerdorf und Kesternich. Ab hier fährt man bis Lammersdorf die gleiche Strecke zurück wie auf dem Hinweg. Anstatt dann die Himmelsleiter durch Roetgen zurück zu fahren, schlage ich die Nebenstrecke durch Mulartshütte nach Kornelimünster vor. Ab hier umgehe ich die für Radfahrer unbequeme Triererstraße und den oft total überlaufenen Vennbahnweg, indem ich hinter dem alten Bahnhof von Kornelimünster über die Oberforstbacher Straße zunächst nach Westen fahre. In Oberforstbach dann rechts auf die Aachener Straße durch Hitfeld nach Lintert. Hier gehts dann nochmal links über die Graf-Schwerin-Straße zurück nach Aachen. Der Hauptstraße folgend kommt man dann durch Burtscheid an der Normaluhr aus.
- Länge: 73km (38km + 35km)
- Steigungen: 1120m
Aufgrund der Streckenlänge und der nicht zu verachtenden Steigungen ist dies keine Einsteiger-Strecke, aber mit etwas Training durchaus locker in einem Tag zu schaffen. Mit 4-5 Stunden muss man mindestens rechnen und am Rursee kann man gut eine längere Pause einlegen.
An allen größeren, stark befahrenen Straßen gibt es gut ausgebaute Fahrradwege. Ausnahme ist die Nebenstrecke von Lammersdorf nach Mulartshütte. Die Himmelsleiter ist nicht sehr steil, dafür lang. Der Aufstieg aus dem Rurtal ist da schon knackiger. Theoretisch kann man die Runde auch andersherum fahren – davon würde ich aber abraten. Die Nebenstrecke ist recht steil und aufgrund des fehlenden Radweges ist das beim Kraxeln mit den vorbeirauschenden Autos doof. Landschaftlich ist die Strecke sehr schön und wenig windanfällig.
Über die Eupener Straße aus Aachen heraus und bei Köpfchen über die Grenze. In Eynatterheide gehts dann rechts über Hauset, Hergenrath und Kelmis nach Gemmenich. Hier startet der Aufstieg zum Dreiländereck. Es folgt ein kurzes Stück durch den Wald und die Abfahrt auf deutscher Seite über den Dreiländerweg. Der Gemmenicher Weg bringt einen dann zurück nach Aachen – in die Innenstadt gehts dann über den Fahrradweg entlang der Vaalser Straße.
- Länge: 27km
- Steigungen: 350m
Entlang der Hauptstraßen gibt es Fahrradwege. Durch Belgien fehlen diese zwar, dafür ist dort nur wenig Verkehr. Die Anstiege sind meist moderat – lediglich am Dreiländereck sind ein paar knackige Passagen dabei. Hier ist der Asphalt ein wenig holprig. Das kurze Stück durch den Wald ist auch für Rennräder kein größeres Problem – alternativ kann man die Abfahrt nach Vaals nehmen oder das Dreiländereck ab Gemmenich komplett über Wolfhaag und Vaals umgehen. Der Anstieg von Gemmenich nach Wolfhaag ist zwar etwas kürzer und nicht so hoch wie zum Dreiländereck, dafür aber steiler und insgesamt nicht viel leichter. Für den Anfang sollte man hier nicht zu schnell angehen.
Eine Alpenüberquerung könnte ein klein wenig anstrengend werden. Um nicht am ersten Anstieg total zusammen zu brechen, werde ich auch weiter fleissig trainieren und hier regelmäßig meine Trainingsrouten posten. Da mich die Witterung im Moment davon abhält, draußen zu fahren und mich ins Fitnessstudio verbannt hat, fange ich hier erstmal mit den Routen vom letzten Jahr an – das sollte für ne Menge Beiträge im Winter reichen – und nächstes Frühjahr gibts dann die neuen Routen.
Alle Routen werden als kml-Datei zum Download bereit stehen und demnächst auf einer Seite im Hauptmenu gelistet werden. Zusätzlich gebe ich weitere Infos an wie Länge, Höhenprofil, Straßenbeschaffenheit und eine kurze Beschreibung.
Meine bisherigen Trainingsrouten (25-100km) gingen meist nach Belgien oder Holland über die Grenze oder zum Rursee. Besonders die kleinen Dörfer und Städtchen in Süd-Limburg bilden ein tolle Kulisse für Ausfahrten unter der Woche nach der Arbeit oder am Wochenende.


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